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Scheidenpilz & Periode: Das sollten Sie während der Menstruation beachten

Fängt die Scheide an zu jucken oder zu brennen, kann ein Scheidenpilz die Ursache sein, der in den meisten Fällen vom Hefepilz Candida albicans ausgelöst wird. Auch wenn er sich recht einfach bekämpfen lässt, kann es sein, dass er regelmäßig wiederkehrt und sozusagen chronisch wird. Das passiert besonders dann, wenn das Immunsystem schwächelt und Candida albicans die Gelegenheit nutzt. Hier erfahren Sie, was Sie beim Scheidenpilz beachten müssen, wenn Sie ihn bekämpfen wollen und gleichzeitig Ihre Periode haben.

Tampons, Binden, Einlagen - Scheidenpilz währen der Periode

Candida albicans ist überall

Candida albicans ist ein Hefepilz, der sowohl auf der Haut, den Schleimhäuten, im Verdauungsapparat und an den Geschlechtsorganen zu Hause sein kann. Solange die Immunabwehr funktioniert, wird der Pilz in Schach gehalten. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, breitet sich der Pilz aus und Sie spüren die folgenden Symptome einer Scheidenpilzinfektion:

  • die Schleimhäute in der Vagina sind gerötet und geschwollen
  • im Vaginalbereich juckt es, später kann es auch brennen
  • es brennt beim Wasserlassen
  • es kommt vermehrt zu Ausfluss, der weisslich oder krümelig sein kann
  • beim Geschlechtsverkehr schmerzt es

Neben Candida albicans können auch andere Pilze oder Bakterien eine Infektion verursachen. Wenn Sie sicher sein wollen, sollten Sie einen Gynäkologen aufsuchen. Dieser klärt ab, welche Pilze oder Bakterien für die Infektion verantwortlich sind.

Scheidenpilz während der Monatsblutung

Damit der Scheidenpilz bekämpft werden kann, sollten Hautirritationen vermieden und die Scheidengegend möglichst trocken gehalten werden. Doch das ist gerade während der monatlichen Periode nicht einfach ist.

Verwendung von Tampons

Viele Frauen nutzen während ihrer Regelblutung Tampons. Da diese sauber und hygienisch verpackt sind, kommen nur selten Keime via Tampon in die Scheide. Sie saugen jedoch nicht nur das Blut, sondern auch die Scheidenflora auf und können als Nährboden für vorhandene Keime dienen. Das gleiche gilt für Naturschwämmchen. Auch wenn Sie diese regelmäßig mit Essigwasser desinfizieren, können Pilze und andere Keime darin überleben. Wenn Sie regelmäßig unter Scheidenpilzen leiden, sollten Sie daher während der Regelblutung lieber Binden oder eine Menstruationstasse nutzen.

Den Scheidenbereich trocken halten

Achten Sie darauf, dass der Bereich der Vagina während der monatlichen Blutung so trocken wie möglich gehalten wird. Reinigen Sie den Bereich gründlich und wechseln Sie die Binde so oft es geht. Benutzen Sie eine Waschlotion mit Milchsäure, können Sie damit die Scheidenflora unterstützen. Andere Intimwaschlotionen oder -deodorants sind dagegen bei einem Scheidenpilz eher ungeeignet und können die Heilung wiederum hinauszögern. Die natürliche Scheidenflora enthält viele nützliche Bakterien. Sie sollten diese daher weder mit Seife noch mit anderen Waschlotionen entfernen, schließlich haben sie einen wesentlichen Anteil an einer langfristigen Heilung. Ebenso kontraproduktiv wäre es, das Blut aus der Scheide mit einer Spülung zu entfernen.

Die richtigen Binden benutzen

Für eine rasche Heilung der Scheidenpilzinfektion ist Trockenheit des gesamten Scheidenbereichs wesentlich. Nutzen Sie daher lieber einfache Binden, die ausreichend atmungsaktiv sind. Moderne Binden saugen zwar die Flüssigkeit sehr gut auf, führen jedoch durch den hohen Anteil an Kunststoff zu einem eher feuchten Klima im vaginalen Bereich. Der natürliche Säureschutzmantel der Haut wird damit gefährdet und die Pilze können sich hervorragend ausbreiten.

Menstruationstassen während der Periode nutzen

Menstruationstassen werden als Alternative zu Tampons und Binden immer beliebter. Eine Menstruationstasse ist ein Becher aus Silikon, Latex oder Kunststoff, der das Menstruationsblut direkt in der Scheide auffängt. Wenn Sie eine Menstruationstasse ausprobieren wollen, sollten Sie die für Sie passende Größe wählen. Mit ihnen bleibt das Scheidenmilieu natürlich und hilft der Flora, den Scheidenpilz aus eigener Kraft wieder zurückzudrängen. Sie sollten darauf achten, dass Sie die Menstruationstasse immer wieder gründlich reinigen.

Auf eine gesunde Scheidenflora kommt es an

Ist die Scheidenflora intakt, kann sich Candida albicans nur schwer in der Scheide vermehren und zu einer lästigen Infektion führen. Sie sollten daher auf eine gesunde Ernährung und eine intakte Darmflora achten. Zäpfchen mit Milchsäurebakterien lassen sich in die Scheide einführen, ebenso hilfreich sind Gele, mit denen Sie die Milchsäurebakterien in der Scheide pflegen können.

Damit der Scheidenpilz keine Chance hat:

  • Waschen Sie die Scheide nur äußerlich und nutzen Sie entweder klares Wasser oder eine spezielle Waschlotion mit Milchsäure. Duschgele mit Duftstoffen führen schnell zu Reizungen, das gleiche gilt für Feuchttücher.

  • Scheidenspülungen sind kontraproduktiv: Im Inneren der Vagina befinden sich Milchsäurebakterien, die für das saure Milieu dort sorgen. Eine Scheidenspülung würde diese ausspülen und die Schleimhäute wären möglichen Keimen ungeschützt ausgeliefert.

  • Wischen Sie nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten. Damit können keine Darmbakterien zu Scheide oder Blaseneingang gelangen und dort eine Entzündung verursachen.

  • Unterwäsche aus Baumwolle oder anderen atmungaktiven Stoffen sorgt für Trockenheit im gesamten Scheidenbereich. Unterhosen aus Mikrofasern begünstigen daher ein feuchtes und warmes Klima, eines, in dem sich Hefepilze und Bakterien außerordentlich wohl fühlen und gut vermehren können. Daher sollten Sie auch nach dem Sport verschwitzte Unterwäsche rasch wechseln, ebenso den Badeanzug nach dem Schwimmen.

  • Falls Sie Slipeinlagen nutzen, sollten diese keine Duftstoffe enthalten und ebenfalls atmungsaktiv sein.

  • Machen Sie genügend Pausen, entspannen Sie sich und stärken Sie Ihr Immunsystem. Ihr Körper ist dann wesentlich widerstandsfähiger gegen Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze.

Handeln Sie bei einer Scheideninfektion

Ohne jede Behandlung ist eine Infektion durch Scheidenpilze kaum in den Griff zu bekommen. Gehen Sie daher zum Gynäkologen und lassen Sie sich ein wirksames Mittel verschreiben oder besorgen Sie sich ein clotrimazolhaltiges Arzneimittel rezeptfrei in der Apotheke. Falsche Scham ist hier fehl am Platz. Behandeln Sie den Scheidenpilz entsprechend der Packungsanweisung oder fragen Sie Arzt beziehungsweise Apotheker. Diese Tipps helfen Ihnen zusätzlich:

  • Nutzen Sie für Ihren Intimbereich ein eigenes Handtuch und wechseln Sie es täglich. Waschen Sie sowohl die Unterwäsche als auch Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad Celsius in der Waschmaschine.

  • Waschen Sie Ihren Intimbereich nur mit der Hand, Wasser oder einer speziellen Waschlotion mit Milchsäurebakterien.

  • Tragen Sie Unterwäsche aus Baumwolle. Das gleiche gilt für Jeans und enge Hosen, die andernfalls für feuchtes Klima im Schritt sorgen.

  • Benutzen Sie beim Sex Kondome, wenigstens so lange, bis die Scheidenpilzinfektion vorüber ist. Weisen Sie Ihren Partner auf die Infektion hin, damit er sich gegebenenfalls mitbehandeln lässt.

  • Hausmittel wie Joghurt, Knoblauchzehen oder Teebaumöl können den Scheidenpilz verschlimmern. Sie sollten daher lieber auf geeignete Medikamente zurückgreifen, von denen es durchaus milde und rezeptfreie gibt.



  • Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe: Lehrbuch und Atlas von Eiko-E. Petersen, Seite 5 und Seite 92 ff.
  • https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/scheidenpilz/therapie-behandlung/
  • https://www.gynecology-guide.com/gynaekologie/scheidenpilz/

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By | 2020-11-18T10:04:49+00:00 20.04.2020|