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Scheidenpilz oral behandeln – Funktioniert das?

Scheidenpilz ist eine Infektion der Scheide, die sich durch Ausfluss und Juckreiz bemerkbar machen kann. In der Regel ist Candida albicans, ein Hefepilz, die Ursache. Auch wenn es üblich ist, den Scheidenpilz direkt vor Ort zu behandeln, kann es sinnvoll sein, den Scheidenpilz oral zu behandeln.

Tabletten liegen auf einer Hand

Zu Beginn: Was ist Scheidenpilz?

Nistet sich der Hefepilz Candida albicans im Intimbereich ein und kann sich dort ungehindert ausbreiten, kann dieser einen sogenannten Scheidenpilz verursachen. Möglich sind auch Infektionen durch andere Pilzarten, doch Candida albicans ist der häufigste Verursacher. Obwohl der Scheidenpilz nach der Scheide der Frau benannt wurde, kann die Infektion auch Männer betreffen. Pilze gehören normalerweise zur Flora von Haut und Schleimhaut. Solange sie dort im natürlichen Gleichgewicht vorkommen und von anderen Mikroorganismen und dem körpereigenen Immunsystem in Schach gehalten werden, ist alles in Ordnung. Zur Infektion kommt es erst dann, wenn die gesunde Flora der Scheide aus dem Takt gerät. Breitet sich der Pilz aus, führt er zu den typischen Symptomen: Die betroffenen Stellen schwellen an, röten sich und können jucken oder brennen. Gleichzeitig kann ein Ausfluss auftreten.

Wie wird der Scheidenpilz behandelt?

Hat der Arzt zweifelsfrei eine Infektion mit Scheidenpilz festgestellt, verschreibt er sogenannte Antimykotika, also Mittel, die das Wachstum der Pilze entweder hemmen oder sie sogar abtöten. Bei einer erstmaligen Infektion werden in der Regel Zäpfchen oder Cremes eingesetzt. Oft sind es sogar Kombinationen aus beiden: Während Zäpfchen direkt den Wirkstoff in die Scheide einführen, werden die äußeren Genitalien mittels Creme behandelt. Auf jeden Fall sollten Sie die Präparate ausreichend lange anwenden. Nur dann können Sie sicher sein, dass die Infektion durch den Scheidenpilz zurückgedrängt wird. Falls nicht, kann dieser chronisch werden und bis zu viermal im Jahr wiederkehren.

Scheidenpilz oral behandeln

Reicht die Behandlung durch Zäpfchen und Creme nicht aus, kann der Scheidenpilz auch oral behandelt werden. Das entscheidet jeweils der Gynäkologe. Die Tabletten haben dabei den gleichen Wirkstoff wie die anderen Medikamente. Wird er oral verabreicht, breitet er sich via Blutbahn zuverlässig im ganzen Körper aus und bekämpft Candida albicans. Weil die Wirkstoffe der oral verabreichten Medikamente via Plazenta oder Muttermilch auf das Ungeborene oder das Baby übertragen werden können, darf der Scheidenpilz sowohl in der Schwangerschaft als auch während der Stillzeit nicht oral behandelt werden. Außerdem kann es bei der oralen Behandlung zu Nebenwirkungen wie allergischen Reaktionen, Übelkeit oder Erbrechen kommen. Daher ist es besser, den Scheidenpilz durch die bewährten lokal anwendbaren Medikamente zu behandeln.
Zum ersten Mal Scheidenpilz?

Wenn Sie das erste Mal den Verdacht auf eine Scheidenpilzinfektion haben, sollten Sie auf jeden Fall einen Gynäkologen aufsuchen. Dieser diagnostiziert die Ursache für die Beschwerden genau, erfragt zunächst die Symptome und prüft nach, ob eventuell eine andere Krankheit die Ursache sein könnte. Der Mediziner macht in der Regel dann einen Abstrich und kontrolliert unter dem Mikroskop, ob wirklich Pilze vorhanden sind. Andernfalls könnte auch eine bakterielle Infektion vorliegen. Bei ungefähr zehn Prozent der davon Betroffenen tritt der Scheidenpilz immer wieder auf, er wird chronisch.

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2021-05-10T07:31:01+00:00