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Scheidenpilz nach Schwimmbad- oder Sauna-Besuch

Ein Scheidenpilz, auch als Vaginalcandidose bezeichnet, ist eine der häufigen Erkrankungen der weiblichen Vagina unter der viele Frauen leiden. Ist die Flora im Vaginalbereich geschwächt, kann sich der Scheidenpilz leicht ausbreiten. Daher kann das Chlorwasser im Schwimmbad, aber auch die Pille und das Tragen synthetischer Kleidung die Infektion begünstigen. Hier erfahren Sie, warum sich der Scheidenpilz nach Schwimmbad oder Sauna leichter ausbreiten kann.

Frau sitzt am Pool

Candida albicans ist die Ursache für den Scheidenpilz

In fast allen Fällen ist der Hefepilz Candida albicans für den Scheidenpilz die Ursache. Da er in fast jedem Körper natürlich zu Hause ist, macht er sich dann bemerkbar, wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist. Vermehrt er sich, führt das zu starkem Juckreiz, vermehrten Ausfluss, Brennen und Rötungen im Intimbereich. Fast zehn Prozent der Frauen leiden sogar chronisch am Scheidenpilz. Dieser kann sich besonders gut vermehren, wenn die körpereigene Abwehr nicht gut funktioniert. Diese kann durch ganz unterschiedliche Faktoren geschwächt sein, so dass sich der Scheidenpilz dann in Folge ausbreiten kann. Da oft mehrere Faktoren zusammenspielen, ist es gar nicht so einfach, die eigentliche Ursache herauszufinden.

Ist Scheidenpilz nach Sauna oder Schwimmbad möglich?

Sie brauchen sich kaum vor der Ansteckung mit einem Scheidenpilz in Sauna, Schwimmbad oder einer öffentlichen Toilette zu fürchten. Die Gefahr ist so gering, dass sie geradezu vernachlässigt werden kann. Breitet sich nach einem Besuch im Schwimmbad oder der Sauna ein Scheidenpilz bei Ihnen aus, war er bereits in Ihrem Körper. Er kann nur dann wachsen und gedeihen, wenn Ihre körpereigene Abwehr geschwächt ist und diesen damit nicht in Schach halten kann. Daher nutzt es nichts, wenn Sie Ihren Vaginalbereich desinfizieren oder übertrieben reinigen, ganz im Gegenteil. Mit diesen Maßnahmen schwächen Sie die empfindliche Vaginalflora zusätzlich.

Chlorwasser schwächt die Vaginalflora

Ist das Wasser im Schwimmbad oder dem Tauchbecken der Sauna mit Chlor versetzt, kann dieses die Vaginalflora stören. Dann hat Candida albicans entschieden leichteres Spiel bei Ihnen. Wenn Sie empfindlich auf Chlor reagieren, kann die im Schwimmbad eingesetzte Menge gering sein, sie schwächt trotzdem Ihre körpereigene Abwehr. Sie können wahlweise Ihren Intimbereich mit einer geeigneten fetten Salbe schützen oder während des Besuchs von Sauna oder Schwimmbad einen Tampon nutzen. Die doch recht empfindlichen Schleimhäute sind damit etwas vor dem Chlor geschützt. Wenn Sie an Scheidenpilz leiden, fragen Sie am besten Ihren Arzt oder Apotheker nach einer dafür geeigneten Salbe.

Weitere Faktoren, die den Scheidenpilz begünstigen

Das weibliche Hormon Östrogen begünstigt ebenfalls die Ausbreitung von Candida albicans. Sobald in der Pubertät der Östrogenspiegel steigt, können sich auch die Infektionen mit Scheidenpilz häufen. Diese Anfälligkeit bleibt, solange die Produktion von Östrogen hoch ist. Daher kann auch die Einnahme von Antikontrazeptiva, also der Pille, das Risiko einer Infektion durch Scheidenpilz erhöhen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie eher empfindlich selbst auf eine geringe Konzentration an Östrogenen in der Pille reagieren.

Leiden Sie an Diabetes Mellitus und haben einen erhöhten Blutzuckerspiegel? Dieser kann ebenfalls Ihr Immunsystem beeinträchtigen und der Scheidenpilz kann sich leichter ausbreiten. Zudem findet der Pilz bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel leichter Nahrung. Auch wenn Sie krankheitsbedingt zu Antibiotika greifen müssen, kann das eine Infektion mit Candida albicans fördern. Antibiotika wirken nämlich nicht nur auf die Bakterien aus, die Krankheiten verursachen, sondern schwächen gleichzeitig die Scheidenflora.

Das hilft nach einer Infektion mit Scheidenpilz

Ganz egal, ob Sie unter Scheidenpilz nach Sauna beziehungsweise Schwimmbad oder aufgrund einer anderen Schwächung der Vaginalflora leiden. Sie können einiges unternehmen, damit sich der Scheidenpilz nicht so leicht ansiedeln beziehungsweise ausbreiten kann. Waschen Sie Ihren Intimbereich am besten nur mit klarem Wasser, sowohl Seife als auch andere waschaktive Substanzen können die empfindliche Scheidenflora eher schwächen. Tragen Sie keine synthetische Unterwäsche, sondern lieber atmungsaktive Wäsche aus Baumwolle. In dieser schwitzen Sie weniger leicht, weshalb sich eine Infektion durch Candida albicans auch weniger leicht ausbreiten kann. Ob es Ihnen hilft, wenn Sie sich so zuckerarm wie möglich ernähren, müssen Sie selbst ausprobieren. Auch wenn es hierzu keine direkten Studien gibt, kann sich eine möglichst zuckerarme Ernährung positiv auf das Verhindern einer Scheidenpilzinfektion auswirken.

Fazit: Scheidenpilz nach Schwimmbad wirkungsvoll verhindern

Wenn Sie nach einem Besuch in der Sauna oder dem Schwimmbad an Scheidenpilz leiden, liegt es wahrscheinlich daran, dass bei dieser Gelegenheit Ihr Immunsystem durch das Chlor geschwächt wurde. Falls Sie zum ersten Mal unter Scheidenpilz leiden, sollten Sie Ihren Gynäkologen aufsuchen. Dieser testet, ob tatsächlich Candida albicans die Ursache dafür ist. Sollten Sie beispielsweise an einer trockenen Scheide leiden, kann Ihnen der Gynäkologe ein Präparat mit Milchsäurebakterien verordnen. Damit wird Ihre Scheidenflora gestärkt und der Scheidenpilz kann sich nicht mehr so leicht ausbreiten.

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2021-04-14T06:18:20+00:00