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Scheidenpilz in den Wechseljahren

Darum, dass ein Scheidenpilz unbemerkt einhergeht, muss man sich als Frau in den meisten Fällen keine Sorgen machen. Ist die Infektion erst einmal im Gange, wird es oft äußerst unangenehm. Meist beginnt alles mit einem leichten Jucken. Dieses verstärkt sich in der Regel relativ schnell und man hat das Bedürfnis, dieses unerträgliche Gefühl durch Reibung zu stoppen. Unwissend, dass man dadurch alles nur noch verschlimmert. Spätestens, wenn Frau das Gefühl hat, ihre Vagina stünde in Flammen, ist oft ein Arztbesuch unvermeidlich. Doch wie entsteht ein Scheidenpilz?

Frau sitzt auf einem Stein

Vermehrte Hefepilze bringen die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht

Der schuldige Erreger eines Scheidenpilzes ist kein Unbekannter. Auslöser ist für gewöhnlich ein Hefepilz namens Candida albicans. In geringer Anzahl ist er sogar Teil der Scheidenflora. Doch fängt er an, sich unkontrolliert zu vermehren, wird dies zum Problem und die ersten Beschwerden beginnen. Kommt die Scheidenflora erst einmal aus dem Gleichgewicht, kann sich der Scheidenpilz wunderbar entfalten.

Zu den Symptomen gehört ein Juckreiz, der sich schnell verstärkt und ein Brennen in und an der Scheide, der sehr schmerzhaft sein kann. Zudem entwickelt sich langsam ein weißlicher Ausfluss. Auch Rötungen, Schwellungen und ein Brennen beim Wasserlassen sind während der Infektion mit einem Scheidenpilz möglich.

Kurze Erklärung: Was sind die Wechseljahre?

Geht die fruchtbare Lebensphase zu Ende spricht man von den Wechseljahren. Der Hormonhaushalt im Körper stellt sich um und der Zeitpunkt der letzten Regelblutung naht. Gynäkologen unterteilen diesen Prozess in drei aufeinander aufbauende Phasen. Noch vor dem Ausbleiben der Menstruation beginnt die Prämenopause, in der die Hormonproduktion der Eierstöcke bereits kleine Veränderungen aufweist. Ihr folgt die Perimenopause, zu deren Ende der Östrogen- und Progesteronspiegel drastisch sinken. Der in der Menopause letzte auftretende Regelblutung folgt für einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten keine Menstruation. Diese Phase geht schleichend in die Postmenopause über. Das Durchschnittsalter der Wechseljahre beginnt bei etwa 47,5 Jahren – unterscheidet sich aber von Frau zu Frau. Die Wechseljahre sind variabel und können völlig beschwerdefrei, aber auch mit einigen Begleiterscheinungen einhergehen. Durch die hormonelle Umstellung, insbesondere durch den Abbau von Östrogen, erhöht sich das Risiko für Scheidenpilz in den Wechseljahren.

Ursache Östrogenmangel: Das Urogenitalsyndrom

Mit dem Absinken des Östrogenspiegels kommt es zu einem Mangel des Hormons, sodass das männliche Sexualhormon Testosteron die Oberhand gewinnt. Viele Frauen leiden in den Wechseljahren unter der Hormonumstellung, die sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar macht. Haarausfall, eine Abnahme der Libido und das erhöhte Risiko für Scheideninfektionen und Vaginalpilz sind häufige Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Allerdings kann es auch zum Urogenitalsyndrom mit starkem Juckreiz und Problemen beim Urinieren kommen. Ob Sie unter einem Scheidenpilz oder unter dem Urogenitalsyndrom leiden, kann nur ein Gynäkologe diagnostizieren. Allerdings sollten Sie wissen, dass das Syndrom unbehandelt zu einer Verstärkung der Wechseljahresbeschwerden und zur Begünstigung von Scheidenpilz führt. Harnwegsinfektionen sind nicht nur schmerzhaft, sie schwächen auch das Immunsystem und begünstigen ein Scheidenmilieu, in dem sich der Hefepilz Candida albicans “wohlfühlt”.

Die Wechseljahre erhöhen das Risiko, sich mit einem Scheidenpilz zu infizieren

Der Grund hierfür liegt auf der Hand. In den Wechseljahren verändert sich der Körper und es ist mit leichten bis mittelschweren Hormonschwankungen zu rechnen. In dieser Umstellungsphase werden die Schleimhäute der Frau dünner. Dies macht sich nicht nur im Mundbereich und in den Augen (Trockenheit) bemerkbar, sondern auch in der Vagina. Die verdünnte Schleimhaut in der Scheide wirkt sich auf die Abwehrkraft aus, da sich Keime und Erreger durch die Wechseljahre leichter festsetzen können. Deshalb haben Frauen in den Wechseljahren häufiger mit Blasenentzündungen und Pilzinfektionen zu kämpfen. Doch muss man sich seinem Schicksal kampflos ergeben? Nein. Es gibt durchaus Maßnahmen, die das Risiko einer Infektion eindämmen können.

So schützen Sie sich in den Wechseljahren vor einem Scheidenpilz

Durch den Rückgang der Schleimhäute wird die Vagina trockener. Diesem Zustand gilt es entgegenzuwirken. Zuerst sollten Sie ihre Intimpflege überdenken. Wie reinigen Sie ihren Intimbereich? Herkömmliche Seifen trocknen nur noch mehr aus. Bei der Intimpflege reicht klares Wasser aus. Sollten Sie dennoch nicht ohne Seife auskommen, dann wechseln Sie zu einer pH-neutralen Seife oder einer Intimwaschlotion mit Milchsäure. Übertriebenes Waschen und Reiben im Intimbereich gilt es zu unterlassen. Sehr hilfreich sind auch Salben, die speziell für die Trockenheit in den Wechseljahren entwickelt wurden. Dies ist übrigens auch bei einer leichten Blasenschwäche sehr zu empfehlen. Besonders im Sommer sollten Sie zudem darauf achten, dass Sie ausreichend trinken. So werden Hefepilze am Scheidenausgang effektiv weggespült. Mit regelmäßigem Trinken unterstützen Sie natürlich auch die Schleimhäute. Zuletzt ist auch noch die Toilettenhygiene beim Stuhlgang zu beachten: Bitte immer von vorne nach hinten wischen, damit Keime immer schön da bleiben, wo sie hingehören.

Behandlung von Scheidenpilz in den Wechseljahren

Wenn die Vermutung einer Scheidenpilzinfektion naheliegt, sollten Sie die Untersuchung nicht auf die lange Bank schieben. Die Symptome des Urogenitalsyndroms und Vaginalpilz sind ähnlich. Dazu kommt, dass die Erkrankungen häufig zusammen auftreten und einen chronischen Verlauf mit starken Wechseljahresbeschwerden nehmen. Canesten GYN kann zur Behandlung von Scheidenpilz in den Wechseljahren verwendet werden. Liegt gleichzeitig eine Harnwegsinfektion vor, wird diese mit Antibiotika behandelt. Frauen die unter einem starken Östrogenmangel leiden, können ihren Hormonspiegel durch eine gezielte Therapie ins Gleichgewicht bringen. Die Hormontherapie sollte nicht dauerhaft erfolgen und auf den Zeitraum der akuten Wechseljahresbeschwerden begrenzt werden. Das Hauptaugenmerk ruht auf der Bekämpfung des Vaginalpilzes, der nicht nur unangenehm juckt und brennt, sondern der auch hoch ansteckend ist.

Richtig informieren und entspannt durch die Wechseljahre kommen

Natürlich sind die Wechseljahre kein Spaziergang, doch bei entsprechender Aufklärung und Vorbeugungsmaßnahmen schaffen Sie es, Pilzinfektionen oder andere Irritationen im Intimbereich zu minimieren. Je früher Sie sich mit der hormonellen Umstellung des weiblichen Körpers befassen, desto besser.

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2022-03-10T13:35:07+00:00