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Scheidenpilz Geruch

Die vom Hefepilz Candida albicans ausgelöste Infektion im Intimbereich geht mit unterschiedlichen Symptomen einher. Dazu gehört beispielsweise ein unangenehmes Jucken oder Brennen in der Scheide, auch ein weißlicher Ausfluss kann austreten. Treten die Symptome auf, denken die meisten Frauen daher an einen Scheidenpilz. Doch die Selbstdiagnose kann auch ein Irrtum sein, besonders dann, wenn der Ausfluss aus der Scheide mit einem unangenehmen Geruch einhergeht. Dieser ist ein häufiges Symptom einer bakteriellen Vaginose, einer bakteriellen Infektion. Hier erfahren Sie etwas über den Zusammenhang von Scheidenpilz und Geruch, den Symptomen einer bakteriellen Vaginose und geben Empfehlungen.

Frau sitzt auf dem Boden

Gibt es einen Zusammenhang von Scheidenpilz mit Geruch?

Eine Infektion mit Candida albicans wird erst dann möglich, wenn die körpereigene Abwehr durch die Milchsäurebakterien geschwächt ist. Diese sorgen im Normalfall für mit ihrer Milchsäure für einen pH-Wert von weniger als 4,5 in der Scheide und verhindern damit die übermäßige Vermehrung der Hefepilze. Gerät die Scheidenflora jedoch aus dem Gleichgewicht, können sich die Pilze vermehren und eine Vaginalmykose entsteht. Zu den typischen Symptomen einer Infektion mit Candida albicans zählen Schwellungen und Rötungen der äußeren und inneren Schamlippen, aber auch ein Jucken oder Brennen in der Scheide. Ebenso kann ein cremiger bis bröckelig wirkender Ausfluss aus der Scheide zu den Symptomen gehören. Allerdings tritt bei einem Scheidenpilz kein unangenehmer Geruch auf.

Geruch eher Symptom von bakterieller Vaginose

Ist der Ausfluss aus der Vagina nicht cremig bis bröckelig, sondern weißlich-grau und riecht intensiv nach fauligem Fisch, gehört der Geruch zu den Symptomen einer bakteriellen Vaginose. Dagegen sind die anderen Symptome des Scheidenpilz nicht zu verspüren. Im manchmal recht fragilen Gleichgewicht der Scheidenflora ist eine bakterielle Vaginose ein Ungleichgewicht: Hier haben sich anaerobe Keime, also Keime, die keinen Sauerstoff für ihre Entwicklung brauchen, in der Scheide angesiedelt und auf Kosten der gesunden Flora vermehrt. Hauptverursacher einer bakteriellen Vaginose ist Gardnerella vaginalis, ein Bakterium. Dieses verdrängt zum einen die gesunden Milchsäurebakterien und ermöglicht damit zum anderen die Ausbreitung auch anderer Erreger. Der unangenehme Geruch entsteht, wenn Gardnerella vaginalis Eiweiße zersetzt und daraus Amine entstehen.

Bei unangenehmem Geruch den Arzt aufsuchen

Auch wenn es Ihnen peinlich und unangenehm sein sollte: Infektionen der Vagina müssen vom Arzt diagnostiziert werden. Er nimmt dazu einen Abstrich aus der Scheide und kann damit genau bestimmen, welche Erreger sich dort niedergelassen und für eine Erkrankung gesorgt haben. Ist die bakterielle Vaginose Ursache für den Geruch, muss sie nicht nur vom Arzt sicher diagnostiziert, sondern auch behandelt werden. Dafür wird Ihnen der behandelnde Arzt ein wirksames Antibiotikum verschreiben. Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie schwanger sind. Bleibt die bakterielle Vaginose in der Schwangerschaft unbehandelt, kann das zu erheblichen Komplikationen führen. Die vom Arzt verordnete Therapie hängt dann davon ab, wie weit die Schwangerschaft bereits fortgeschritten ist, beziehungsweise in welchem Stadium sie sich befindet. Unbehandelt kann die Infektion zu einer Frühgeburt oder einer Schädigung des Ungeborenen führen.

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2020-10-06T08:15:10+00:00