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Scheidenpilz: Ist die Übertragung durch ein Kondom möglich?

Der Scheidenpilz gehört zu den häufigsten vaginalen Infektionen. Grund für die Infektion ist eine starke Ausbreitung von Hefepilzen im Bereich der Scheide. Die sogenannte Vaginalmykose kann jede Frau betreffen, denn Pilze kommen im Milieu der Scheide ganz natürlicherweise vor. Eine krankhafte Vermehrung kann dabei verschiedene Ursachen haben.

Kondom liegt auf einer ausgestreckten Hand

Wie entsteht Scheidenpilz?

Eine Vaginalmykose entsteht durch ein Ungleichgewicht in der Scheidenflora. Das natürliche Scheidenmilieu ist feucht-warm und sauer. Mit einem pH-Wert von 3,8 bis 4,5 schützt das saure Milieu der Scheide auf ganz natürliche Weise vor jedweder Infektion. Durch hormonelle Schwankungen, etwa in der Zeit rund um den Eisprung, verändert sich die Scheidenflora jedoch – sie wird anfälliger für Pilze und bakterielle Infektionen. Auch Hormonschwankungen in der Schwangerschaft sowie bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille können den sauren Schutzmantel der Scheide angreifen. Neben hormonellen Ursachen kann der Scheidenpilz auch durch ein geschwächtes Immunsystem entstehen, sodass Hefepilze leichtes Spiel haben. Auch eine falsche Hygiene beim Toilettengang kann die Pilzinfektion begünstigen, wenn zum Beispiel beim Abwischen Pilze aus dem Darm in die Scheide gelangen.
Auch verschiedene Grunderkrankungen, die mit einem schwachen Immunsystem assoziiert werden, etwa Diabetes Mellitus oder Krebserkrankungen, begünstigen die Entstehung von Scheidenpilz. Darüber hinaus zählen zu enge Kleidung, synthetische Stoffe und auch übermäßige Körperhygiene zu den begünstigenden Faktoren.

Da der Scheidenpilz ansteckend ist, kann er außerdem beim Geschlechtsverkehr leicht übertragen werden. Darüber hinaus ist auch eine Ansteckung über Gegenstände möglich, etwa über verunreinigte Toilettensitze oder Sextoys und theoretisch auch über kontaminierte Kondome. Eigentlich bietet das Kondom jedoch Schutz vor einer Ansteckung, weshalb sich nach einer Scheidenpilzinfektion geschützter Geschlechtsverkehr mit einem Kondom empfiehlt.

Kann ein Kondom Scheidenpilz verursachen?

Das Kondom als solches kann keine Pilzinfektion der Scheide verursachen, wohl aber begünstigen. Ist die Scheidenflora gestört oder durch Reibung, Entzündung oder Allergie irritiert, haben Pilze leichtes Spiel. Die meisten Kondome bestehen aus Latex, einem besonders hautfreundlichen Material. Dennoch löst Latex bei einigen Frauen eine Kontaktallergie aus. In der Folge reagiert die Scheide mit Juckreiz, Rötung oder Brennen. Eine irritierte Scheidenschleimhaut bietet eher einen Nährboden für eine Pilzinfektion als eine intakte Vaginalschleimhaut.
Jedes Kondom ist außerdem mit einem Gleitmittel versehen. Auch hier gibt es unterschiedliche Inhaltsstoffe und Reaktionen. Sofern Sie also den Eindruck haben, nach dem Geschlechtsverkehr mit Kondom häufiger einen Scheidenpilz zu entwickeln, könnte eine andere Kondomsorte bereits Abhilfe schaffen.

Ansteckungsgefahr: Kann Scheidenpilz trotz Kondom übertragen werden?

Frauenärzte empfehlen, während einer akuten Infektion mit Hefepilzen auf Sex zu verzichten. Nicht nur wegen der möglichen Ansteckungsgefahr, sondern auch um die gereizten Vaginalschleimhäute zunächst zu schonen und die Heilung zu fördern. Auch im Nachgang an die akute Pilzinfektion empfiehlt sich die Benutzung eines Kondoms, um den Partner vor Ansteckung zu schützen. Zwar siedeln sich die Pilzerreger, die sogenannten Candida albicans, nur selten im Intimbereich des Mannes an, dennoch besteht ein Restrisiko. Ein Kondom kann dieses Risiko minimieren. Darüber hinaus schützt ein Kondom vor einem Wiederauftreten der Infektion, wenn sie sich eigentlich schon in der Heilungsphase befindet. Scheidenpilz ist übrigens auch oral übertragbar. Auf Oralverkehr sollte also während und kurz nach einer Infektion mit der Vaginalmykose ebenfalls verzichtet werden, da sich die Hefepilze auch auf der Mundschleimhaut ansiedeln und dort rasch ausbreiten können.

Dass ein Kondom mit Hefepilzen kontaminiert ist, ist zwar eher unwahrscheinlich. Jedoch sollten Sie zum Beispiel ein Kondom nach dem Geschlechtsverkehr nicht an den Mund führen, um eine Ausbreitung der Hefepilzinfektion auf die Mundschleimhaut zu verhindern.

Wie lange sollte man bei Scheidenpilz ein Kondom benutzen?

Die Behandlung der akuten Infektion mit Scheidenpilz dauert mindestens 3 Tage, je nach verschriebenem Präparat auch etwas länger. Meist wird der Partner gleich mitbehandelt, um eine Infektion zu heilen oder ihr vorzubeugen. Während der Behandlungsphase ist es ratsam, gänzlich auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Im Anschluss an die Behandlung muss sich die Haut im Intimbereich regenerieren. Während dieser Zeit schützt ein Kondom vor einer Reinfektion, etwa durch restliche, nicht mehr sichtbare Pilzsporen der Partnerin oder des Partners. In wenigen Fällen, etwa bei abwehrgeschwächten Menschen, entwickelt sich aus der akuten Infektion auch ein chronischer Scheidenpilz. In diesem Fall ist die Verhütung mittels Kondom immer ratsam, um die Absteckungsgefahr für den Partner zu minimieren.

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2021-10-05T09:16:50+00:00