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Säuglinge und Kleinkinder leiden häufig unter Pilzinfektionen. Bei Säuglingen treten die Pilze zumeist im Mund oder im Windelbereich auf, während sie bei Kleinkindern auch an den Füßen, am Rumpf oder am Kopf auftreten können. Gründe dafür sind das Immunsystem, das sich erst aufbauen muss, und die noch nicht vollständig ausgebildete Barrierefunktion der Haut. Ein Scheidenpilz bei Kindern ist selten, doch er kann schon in den ersten Lebenswochen auftreten. Sie sollten die Symptome aufmerksam beobachten und dem Intimbereich Ihres Kindes besonderes Augenmerk schenken. Bei Babys ist das beim Wickeln möglich, während Sie bei etwas größeren Kindern beim Baden oder Duschen darauf achten können.

Scheidenpilz bei Kindern

© Design_Miss_C / Pixabay

Ursachen von Scheidenpilz bei Säuglingen

Tritt ein Scheidenpilz bereits bei einem Säugling auf, handelt es sich zumeist um eine Infektion bei der Geburt über die Mutter. Kurz nach der Geburt sind Säuglinge noch mit den Hormonen der Mutter versorgt. Über eine gewisse Zeit verfügen Säuglinge noch über Östrogene. Experten vermuten, dass die Regenerationsfähigkeit der Schleimhäute durch die Östrogene gehemmt wird, was eine Pilzinfektion begünstigt. Sind die Östrogene nicht mehr vorhanden, wird der Scheidenpilz seltener.

Hinweis: Pilzbefall wird auch durch feuchtes Windelmilieu gefördert.

Windelsoor vermeiden und Scheidenpilz bei Kleinkindern vorbeugen

Auch Babys und Kleinkinder können an Candida albicans erkranken. Ursachen dafür sind schlecht belüftete oder zu selten gewechselte Windeln. Um dem Risiko von Windelsoor vorzubeugen, sollten Sie beim Windelkauf und beim Wickeln einige Faktoren beachten. Eine vollständige, sichere Prävention ist nicht immer möglich. Halten Sie den Windelbereich hygienisch sauber, sinkt die Gefahr einer Infektion mit Scheidenpilz beim Kleinkind. Hefepilze benötigen ein feuchtwarmes Milieu, das in der Windel gegeben ist. Lassen Sie Ihr Baby so oft wie möglich ohne Windel strampeln, da frische Luft die beste Vorbeugung gegen Windelsoor ist.

Ein weiterer essenzieller Punkt ist der regelmäßige Windelwechsel. In den Wachphasen sollten Sie Ihrem Baby alle zwei bis drei Stunden eine frische Windel anziehen. Bei Durchfall wechseln Sie die Windel noch häufiger. Trotz Herstellerwerbung für einen “trockenen Windelbereich” sollten Sie wissen, dass es in einer fest verschlossenen Windel immer zu einem feuchtwarmen Milieu kommt. Hefepilze vermehren sich explosionsartig und bereiten Ihrem Baby starken Juckreiz und Schmerzen im Windelbereich.

Vor dem Anziehen einer frischen Windel reinigen Sie den Bereich mit einer milden Seife und kontrollieren, ob die Haut trocken und nicht gerötet ist. Ehe Sie zur neuen Windel greifen, musst der Genitalbereich richtig abgetrocknet werden. Um unnötige Hautreizungen zu vermeiden, können Sie anstelle des Handtuchs einen lauwarm eingestellten Fön verwenden. Babypuder ist unnötig und sollte, wenn überhaupt, nur gelegentlich verwendet werden. In Verbindung mit Feuchtigkeit bildet das Puder eine undurchlässige Schicht, die zarte Babyhaut reizt und Windelsoor begünstigen kann.

Verschiedene Ursachen von Scheidenpilz bei Kleinkindern & Kindern

Viele Menschen bringen einen Scheidenpilz bei Kindern mit einer mangelnden Hygiene in Verbindung. Das ist nur selten der Fall. Gute Bedingungen, sich anzusiedeln und sich zu vermehren, finden Scheidenpilze auch bei einer zu intensiven Hygiene. Bei Kleinkindern sollte der Intimbereich nicht mit Feuchttüchern gepflegt werden, da sie zu aggressiv sind. Mädchen sollten den Intimbereich nicht mit Seife oder Duschgel waschen, da sie den Säureschutzmantel der Haut zerstören. Die Reinigung mit lauwarmem Wasser reicht völlig aus. Auf Seiftücher sollte verzichtet werden, da sie Keime enthalten können. Das Waschen des Intimbereichs sollte nur mit der Hand erfolgen. Neben einer falschen Hygiene können Geschlechtshormone die Entstehung von Scheidenpilz fördern. Mädchen im Alter von acht bis zehn Jahren beginnen mit der Produktion von Geschlechtshormone. Scheidenpilz kann in diesem Alter häufiger auftreten. Weitere Ursachen von Scheidenpilz bei Kindern können

sein. Bei Mädchen mit einem geschwächten Immunsystem kann eine Ansteckung mit Scheidenpilz bei der Benutzung öffentlicher Toiletten erfolgen.

Symptome von Scheidenpilz bei Kindern

Ein Scheidenpilz bei Kindern macht sich mit

  • Rötungen und Schwellungen im Intimbereich
  • weißem Belag auf der Scheidenschleimhaut
  • Jucken und Brennen im Intimbereich
  • weißlichem und flockigem Ausfluss, der säuerlich riecht bemerkbar.

Hin und wieder klagen Kinder auch über Brennen beim Wasserlassen. Nicht immer muss es sich bei Juckreiz im Intimbereich und bei einem weißlichen Belag um Scheidenpilz handeln. Brennen beim Wasserlassen kann auch auf eine Blasenentzündung hindeuten. Da gerade kleinere Kinder ihre Beschwerden noch nicht immer benennen können, sollten Sie darauf achten, ob sich Ihre Tochter häufiger im Intimbereich kratzt. Beim Baden oder Duschen können Sie erkennen, ob Rötungen oder Schwellungen auftreten.

Behandlung: Was Sie gegen Scheidenpilz bei Kindern tun können

Bemerken Sie bei Ihrem Kind Symptome, die auf Scheidenpilz hindeuten, sollten Sie nicht auf Verdacht behandeln. Während ein Scheidenpilz bei Erwachsenen mit rezeptfreien Salben oder Zäpfchen aus der Apotheke behandelt werden kann, sollten Sie mit Ihrem Kind auf jeden Fall zum Kinderarzt gehen, wenn Sie glauben, dass eine Scheidenpilzinfektion vorliegt. Verzichten Sie auf Hausmittel, die Ihnen im Internet zur Behandlung von Windelsoor empfohlen werden. Candida albicans ist ein äußerst ansteckender und hartnäckiger Scheidenpilz, der ausschließlich mit einem Antimykotikum erfolgreich behandelt wird. Einige Naturheilkundler empfehlen ätherische Öle, die den Pilz eindämmen und die Symptome lindern sollen. Ätherische Öle sind nicht für die zarte Haut des Babys geeignet, da sie eine unnötige Reizung begünstigen. Es gibt keine wissenschaftlich belegte Wirksamkeit, was allein ein Grund für den Verzicht auf derartige Behandlungen sein sollte.

Um Scheidenpilz bei Kindern effektiv zu behandeln, empfiehlt sich beispielsweise Canesten GYN (Achtung: Nur nach Absprache mit dem Arzt anwenden sowie unter Beachtung einer gewissenhaften Dosierung). Allerdings sollten Sie bei Babys und Kleinkindern von einer präventiven Behandlung absehen. Wurde vom Kinderarzt ein Hefepilzbefall festgestellt, verschreibt er ein Antimykotikum und gibt Ihnen Tipps für die nun besonders wichtige Pflege des Genitalbereichs Ihres Babys. Wie bereits angesprochen, ist Soor ansteckend. Um das Risiko einer fortlaufenden Neuinfektion zu vermeiden, tragen Sie für die Behandlung und Reinigung Ihres Babys Einmalhandschuhe. Auch die Wickelunterlage muss jetzt regelmäßig gewechselt werden. Einweg-Papierunterlagen sind hilfreich und werden mit den getragenen Einmalhandschuhen entsorgt.

Scheidenpilz geht bei Babys und Kleinkindern mit einer starken Entzündung der Haut einher. Eine zusätzliche Entzündungsbehandlung mit Zinksalbe lässt die juckenden Pusteln und die Hautrötung verschwinden. Der Hefepilz heilt schneller ab, wenn Sie zwischen den Windelwechseln einige Minuten Luft an den Genitalbereich des Babys lassen. Eine Einwegwickelunterlage ist auch beim Strampeln zur Vermeidung von Schmierinfektionen nötig. Brechen Sie die antimykotische Behandlung nicht ab, auch wenn der Scheidenpilz augenscheinlich verschwunden ist. Nach Behandlungsende sollte der Kinderarzt eine erneute Untersuchung vornehmen. Ein deutlicher Zurückgang der Symptome ist ein Hinweis auf die voranschreitende Heilung. Trotzdem kann können die Hefepilze noch vorhanden sein und zum erneuten Ausbruch führen.

Wie Sie zum Abklingen der Pilzinfektion beitragen können

Das Abklingen der Pilzinfektion können Sie fördern, indem Sie darauf achten, dass Ihr Kind täglich die Unterwäsche wechselt. Geeignet ist Unterwäsche aus Baumwolle, die bei 60 Grad Celsius gewaschen werden kann. Der Intimbereich sollte nach dem Waschen oder Duschen immer gut abgetrocknet werden.


Quellen:

scheidenpilz-candida.de/scheidenpilz/scheidenpilz-bei-kindern
scheidenpilz.com/mein-leben/kinder/
9monate.de/gesundheit-vorsorge/kinderkrankheiten/pilzinfektionen-bei-kindern-id161195.html
eltern.de/scheidenpilz
https://www.netdoktor.de/krankheiten/soor/windelsoor/

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By | 2022-03-10T11:07:42+00:00 24.10.2019|