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Säuglinge und Kleinkinder leiden häufig unter Pilzinfektionen. Bei Säuglingen treten die Pilze zumeist im Mund oder im Windelbereich auf, während sie bei Kleinkindern auch an den Füßen, am Rumpf oder am Kopf auftreten können. Gründe dafür sind das Immunsystem, das sich erst aufbauen muss, und die noch nicht vollständig ausgebildete Barrierefunktion der Haut. Ein Scheidenpilz bei Kindern ist selten, doch er kann schon in den ersten Lebenswochen auftreten. Sie sollten die Symptome aufmerksam beobachten und dem Intimbereich Ihres Kindes besonderes Augenmerk schenken. Bei Babys ist das beim Wickeln möglich, während Sie bei etwas größeren Kindern beim Baden oder Duschen darauf achten können.

Scheidenpilz bei Kindern

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Ursachen von Scheidenpilz bei Säuglingen

Tritt ein Scheidenpilz bereits bei einem Säugling auf, handelt es sich zumeist um eine Infektion bei der Geburt über die Mutter. Kurz nach der Geburt sind Säuglinge noch mit den Hormonen der Mutter versorgt. Über eine gewisse Zeit verfügen Säuglinge noch über Östrogene. Experten vermuten, dass die Regenerationsfähigkeit der Schleimhäute durch die Östrogene gehemmt wird, was eine Pilzinfektion begünstigt. Sind die Östrogene nicht mehr vorhanden, wird der Scheidenpilz seltener. Pilzbefall wird auch durch feuchtes Windelmilieu gefördert.

Scheidenpilz mit Windelhygiene bekämpfen

Gegen den Scheidenpilz bei Säuglingen können Sie mit der richtigen Windelhygiene vorgehen. Ist Ihr Baby wach, sollten Sie die Windeln alle zwei bis drei Stunden wechseln. Sie sollten etwa zwei bis drei Mal täglich jeweils über 10 bis 15 Minuten Luft an den Windelbereich lassen.

Verschiedene Ursachen von Scheidenpilz bei Kindern

Viele Menschen bringen einen Scheidenpilz bei Kindern mit einer mangelnden Hygiene in Verbindung. Das ist nur selten der Fall. Gute Bedingungen, sich anzusiedeln und sich zu vermehren, finden Scheidenpilze auch bei einer zu intensiven Hygiene. Bei Kleinkindern sollte der Intimbereich nicht mit Feuchttüchern gepflegt werden, da sie zu aggressiv sind. Mädchen sollten den Intimbereich nicht mit Seife oder Duschgel waschen, da sie den Säureschutzmantel der Haut zerstören. Die Reinigung mit lauwarmem Wasser reicht völlig aus. Auf Seiftücher sollte verzichtet werden, da sie Keime enthalten können. Das Waschen des Intimbereichs sollte nur mit der Hand erfolgen. Neben einer falschen Hygiene können Geschlechtshormone die Entstehung von Scheidenpilz fördern. Mädchen im Alter von acht bis zehn Jahren beginnen mit der Produktion von Geschlechtshormone. Scheidenpilz kann in diesem Alter häufiger auftreten. Weitere Ursachen von Scheidenpilz bei Kindern können

  • Einnahme von Antibiotika
  • geschwächtes Immunsystem
  • starkes Schwitzen
  • häufige Schwimmbadbesuche

sein. Bei Mädchen mit einem geschwächten Immunsystem kann eine Ansteckung mit Scheidenpilz bei der Benutzung öffentlicher Toiletten erfolgen.

Symptome von Scheidenpilz bei Kindern

Ein Scheidenpilz bei Kindern macht sich mit

  • Rötungen und Schwellungen im Intimbereich
  • weißem Belag auf der Scheidenschleimhaut
  • Jucken und Brennen im Intimbereich
  • weißlichem und flockigem Ausfluss, der säuerlich riecht bemerkbar.

Hin und wieder klagen Kinder auch über Brennen beim Wasserlassen. Nicht immer muss es sich bei Juckreiz im Intimbereich und bei einem weißlichen Belag um Scheidenpilz handeln. Brennen beim Wasserlassen kann auch auf eine Blasenentzündung hindeuten. Da gerade kleinere Kinder ihre Beschwerden noch nicht immer benennen können, sollten Sie darauf achten, ob sich Ihre Tochter häufiger im Intimbereich kratzt. Beim Baden oder Duschen können Sie erkennen, ob Rötungen oder Schwellungen auftreten.

Was Sie bei Scheidenpilz bei Kindern tun können

Bemerken Sie bei Ihrem Kind Symptome, die auf Scheidenpilz hindeuten, sollten Sie nicht auf Verdacht behandeln. Während ein Scheidenpilz bei Erwachsenen mit rezeptfreien Salben oder Zäpfchen aus der Apotheke behandelt werden kann, sollten Sie mit Ihrem Kind auf jeden Fall zum Kinderarzt gehen, wenn Sie glauben, dass eine Scheidenpilzinfektion vorliegt. Der Arzt legt eine Pilzkultur an, um zu ermitteln, um welchen Pilz es sich handelt. Bei einem Scheidenpilz handelt es sich zumeist um den Hefepilz Candida albicans. Um die Beschwerden zu lindern, kann der Arzt eine Salbe verordnen.

Behandlung von Scheidenpilz bei Kindern

Hat der Arzt aufgrund der Pilzkultur festgestellt, dass es sich bei Ihrem Kind um eine Infektion mit Scheidenpilz handelt, verordnet er zumeist eine Salbe mit dem Wirkstoff Clotrimazol. Ist die Infektion besonders hartnäckig, kann der Arzt Tropfen verordnen, die in die Scheide geträufelt werden.

Wie Sie zum Abklingen der Pilzinfektion beitragen können

Das Abklingen der Pilzinfektion können Sie fördern, indem Sie darauf achten, dass Ihr Kind täglich die Unterwäsche wechselt. Geeignet ist Unterwäsche aus Baumwolle, die bei 60 Grad Celsius gewaschen werden kann. Der Intimbereich sollte nach dem Waschen oder Duschen immer gut abgetrocknet werden.

Quellen:

scheidenpilz-candida.de/scheidenpilz/scheidenpilz-bei-kindern
scheidenpilz.com/mein-leben/kinder/
9monate.de/gesundheit-vorsorge/kinderkrankheiten/pilzinfektionen-bei-kindern-id161195.html
eltern.de/scheidenpilz

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2020-04-20T06:43:58+00:00