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Sanfte Behandlung durch Milchsäure bei Scheidenpilz

Die meisten Frauen machen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit ihr Bekanntschaft: der vaginalen Pilzinfektion. Tritt sie mit all ihren leidigen Symptomen, wie verstärktem Ausfluss sowie Jucken und Brennen im Genitalbereich auf, ist der natürliche ph-Wert in der Scheide gestört. Milchsäure hat sich bei der Behandlung und zur Vorsorge von Scheidenpilz immer wieder bewährt. In Form von Vaginalzäpfchen und -kapseln hilft sie, die Scheidenflora aufzubauen und wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Milch, Joghurt im Glas

Wie wirkt sich Milchsäure auf ein gesundes Scheidenmilieu aus?

Im Idealfall wird Milchsäure in ausreichender Menge in der Scheide selbst hergestellt. Das geschieht mithilfe des Zuckers, der in den Zellen der Scheidenhaut enthalten ist. Dieser wird durch die in der Scheide befindlichen Milchsäure-Bakterien zu der wertvollen Milchsäure abgebaut. Ist diese ausreichend vorhanden, herrscht ein natürlich saures Scheidenmilieu, das einen pH-Wert von 3,48 bis 4,5 aufweist. In diesem ausgeglichenen Säure-Klima können gesundheitsgefährdende Bakterien gar nicht erst wachsen. Erst wenn der natürliche Schutz gestört wird, ist der Weg frei für unerwünschte Keime und Bakterien, die sich dann in der Scheide ausbreiten und eine vaginale Pilzinfektion hervorrufen kann. Die Krankheitserreger können beispielsweise von der Afterregion in die Scheide gelangen oder beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Weitere Gründe für ein gestörtes Scheidenmilieu sind u. a. übertriebene Intimhygiene, Stress, ein geschwächtes Immunsystem, die Einnahme von Antibiotika, eine Diabetes mellitus Erkrankung oder Hormonschwankungen, wie sie in der Pubertät, der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten.

Bei Beschwerden gleich zum Arzt?

Eine Scheidenpilz-Erkrankung ist zwar in den meisten Fällen harmlos, jedoch immer recht unangenehm. Typische Symptome sind ein vermehrter, krümeliger Ausfluss sowie Jucken, Brennen, Schwellungen und Rötungen im gesamten Intimbereich. Da ist es gut zu wissen, dass die Behandlung der Krankheit im Grunde recht einfach ist und oftmals sogar in Eigenregie erfolgen kann. Von Hausmitteln, wie in Essig und Joghurt getränkte Tampons, ist allerdings abzuraten. Sie können zusätzliche Reizungen und Verunreinigungen hervorrufen und die Erkrankung somit noch verschlimmern. Ein Gang in die Apotheke schafft viel eher Abhilfe. Hier sind rezeptfreie Antipilzmedikamente mit dem gut wirksamen Inhaltsstoff Clotrimazol erhältlich. Eine Kombination aus Vaginaltablette für die innere und Salbenform für die äußere Anwendung sorgt meist schon innerhalb weniger Tage für eine deutliche Linderung der Beschwerden. Sollten die Symptome allerdings selbst nach einem längeren Zeitraum nicht verschwinden, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Gleiches gilt für Schwangere oder Patientinnen, die noch unter 18 Jahre alt sind. Auch wenn unklar ist, ob es sich bei der aufgetretenen Krankheit tatsächlich um einen Scheidenpilz handelt, ist der Gang zum Gynäkologen notwendig.

Ärzte empfehlen bei Scheidenpilz eine zusätzliche Behandlung mit Milchsäure

Ein Abstrich aus der Vaginalschleimhaut mit anschließender Mikroskop-Untersuchung bringt im Zweifelsfall schnell Klarheit, ob tatsächlich eine Pilzerkrankung vorliegt. Der Arzt wird dann allen voran ein Antipilzmittel, wie bereits oben beschrieben, verordnen. Zusätzlich zu der Behandlung mit dem Clotimazol-Medikament empfehlen Experten mitunter auch die Gabe von Milchsäure. Hat sich doch in der Vergangenheit gezeigt, dass ein Milchsäure-Präparat die Heilung nicht nur beschleunigt, sondern zugleich eine gute Prävention für eine weitere Pilzinfektion ist. Die sanfte, natürlich vorkommende Milchsäure kann daher bedenkenlos als vorbeugende Langzeittherapie angewendet werden.

So regulieren und erhalten Sie den natürlichen pH-Wert Ihrer Scheidenflora

Nun wissen wir: Auch wenn sich das Wort Scheidenflora so herrlich blumig anhört, kann es eine ganz schön brenzlige Angelegenheit sein. Wenn Sie feststellen möchten, wie es um Ihre Scheidenflora steht, können Sie sich einen vaginalen pH-Teststreifen aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt holen. Der Teststreifen muss nur kurz in die Vagina eingeführt werden und gibt sofort Auskunft über den pH-Wert. Weicht der von dem Idealwert 3,48 bis 4,5 ab, droht eine Pilzinfektion, die Sie ärztlich abklären lassen sollten.

Bei der anschließenden Behandlung mit milchsäurehaltigen Medikamenten, können die frei verkäuflichen Milchsäure-Kapseln oder -Zäpfchen vor dem Schlafengehen mit sauberen Fingern möglichst tief in die Vagina eingeführt werden. In der Nacht lösen sich Kapsel bzw. Zäpfchen auf und die Milchsäure kann über die Schleimhäute aufgenommen werden. Da oftmals ein wässriger Ausfluss entsteht, empfehlen wir, während der Anwendung eine Slipeinlage zu verwenden.

Wie lange sollte eine Milchsäure-Behandlung dauern?

Bei einer akuten Pilzinfektion sollten die Milchsäure-Präparate über mehrere Tage, meist fünf bis sieben, vaginal eingeführt werden. Zur Vorbeugung, z. B. wenn Sie zu Pilzinfektionen neigen, kann die sanfte Behandlung mit Milchsäure ohne Probleme über einen längeren Zeitraum, etwa ein- bis dreimal wöchentlich, erfolgen. Lediglich bei Mädchen sollte vor der Anwendung mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden. Ansonsten ist es ratsam, die Behandlung während der Menstruation auszusetzen.

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2020-07-08T07:40:02+00:00