Windelsoor 2022-03-22T10:44:08+00:00

Windelsoor

Bei Windelsoor handelt es sich um eine Pilzinfektion im Windelbereich von Babys. In der geschlossenen Windel ist es feucht und warm, sodass der Hefepilz Candida albicans das richtige Milieu vorfindet. Nicht zu verwechseln ist die Pilzinfektion mit der Windeldermatitis, die zwar mit ähnlichen Symptomen aber ohne Hefepilze auftritt. Windelsoorinfektionen können die Geschlechtsteile, den Darm und den Po des Babys betreffen und sich unbehandelt großflächig ausbreiten. Candida albicans kann durch Schmierinfektionen auf dem kleinen Körper verbreitet und auf die Familie übertragen werden. Da die Infektion obendrein schmerzhaft und juckend ist, sollte man die Behandlung des Windelsoors nicht aufschieben.

Ursachen & Symptome: Wie äußert er sich?

Die Hauptursache für eine schnelle, großflächige Ausbreitung von Candida albicans beruht auf zu langen Wechselintervallen der Windel. Die Feuchtigkeit und die Wärme fördern die unkontrollierte Vermehrung der Pilze, die zu Anfang für eine leichte Hautrötung sorgen. An den Windelrändern und in den Bereichen, wo Kot und Urin mit der Haut in Berührung kommen, beginnen Windeln zu reiben. Die Haut wird durch den Ammoniak des Urins gereizt und kann sich entzünden. Candida albicans sind Hefepilze, die in der natürlichen Darmflora vorkommen und die in kleiner Menge ungefährlich sind. Werden sie mit dem Kot ausgeschieden und verbleiben auf der gereizten Haut des Babys, dringen sie in die gereizten Hautstellen ein und vermehren sich durch die optimalen Lebensbedingungen in der Windel rasant. Seltener erkranken Babys aufgrund eines geschwächten Immunsystems an Windelpilz. Nicht auszuschließen ist allerdings eine Ansteckung durch Schmierinfektion, wenn die Mutter bei der Geburt unter Scheidenpilz litt.

Windelsoor vs. Windeldermatitis

Es gibt einige Symptome, die Soor von einer Windeldermatitis unterscheiden. Die Pusteln sind rot und können auch eine tiefrote Farbe annehmen. Sie sind hauptsächlich im Windelbereich, am Po und an den Genitalien sowie unter den Windelbündchen zu finden. Ist der Pilzbefall bereits fortgeschritten, sind weiße, an Eiterbläschen erinnernde Pusteln möglich. Bei einer stärkeren Infektion mit Candida albicans reichen die Symptome über den Windelbereich hinaus und können den Rücken, den Bauch und die Oberschenkel betreffen. Ein typisches Merkmal für Hefepilzinfektionen sind die schuppigen Ränder des Ausschlags. Nässende Hautstellen, ineinander übergehende Entzündungsherde und starker Juckreiz sind sichere Anzeichen für Candida albicans. Eine Hefepilzinfektion juckt nicht nur stark, sie erzeugt auch enorme Schmerzen. Ihr Baby ist unruhig, schläft schlecht und weint viel. In Verbindung mit Ausschlägen im Windelbereich sollten Sie umgehend eine Untersuchung durchführen und die Behandlung einleiten lassen.

Zusammenhang & Ähnlichkeit zu Scheidenpilz

Hefepilze wie Candida albicans sind hoch ansteckend. Im Windelbereich breiten sie sich durch Schmierinfektionen aus, sodass aus einem kleinen betroffenen Bereich binnen weniger Tage eine Infektion der gesamten von der Windel umschlossenen Haut entstehen kann. Windelsoor kann Scheidenpilz und eine rasante Vermehrung der Pilze im Darm begünstigen. Die Ursachen und Symptome von Soor bei Babys und Scheidenpilz gleichen sich. Die hauptsächliche Risikoquelle ist die Windel, wenn sie zu selten gewechselt wird und wenn das Baby sich wundliegt. Auch die Behandlungsmethoden ähneln sich. Um einen mit Candida albicans infizierten Windelbereich zu heilen, eignen sich die gleichen äußerlich anwendbaren Antimykotika wie bei Scheidenpilz.

Clotrimazol gegen Windelsoor

Um eine Ausbreitung zu verhindern und dem Baby Linderung zu verschaffen, hat sich die Behandlung mit Clotrimazol bewährt. Dieser hoch effektive Wirkstoff ist auch in Canesten Gyn, einem Mittel gegen Scheidenpilz enthalten. Ebenso wichtig wie die antimykotische Behandlung ist frische Luft. Lassen Sie Ihr Baby ruhig täglich einige Minuten auf einer Wickelunterlage strampeln und sorgen Sie dafür, dass die sensible Haut trocken bleibt. Die Wechselintervalle der Windel sollten verkürzt werden, auch wenn die Windel augenscheinlich trocken ist. Die medikamentöse Behandlung in Verbindung mit häufigeren Windelwechseln sorgt dafür, dass sich die Entzündung zurückbildet und das die Pilzinfektion abklingt.

Auch wenn Sie wenige Tage nach Behandlungsbeginn eine deutliche Besserung wahrnehmen, halten Sie die vom Arzt empfohlene Behandlungszeit ein. Das zu frühe Absetzen des Antimykotikums kann zu einem Rückschlag führen und dafür sorgen, dass das Baby erneut und diesmal noch schlimmer an Windelsoor erkrankt.

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