Mundsoor 2022-03-22T10:41:36+00:00

Mundsoor

Hefepilzinfektionen können überall auftreten – auch im Mund. Hierbei handelt es sich um einen Befall mit Candida albicans, dem gleichen Hefepilz, der unter anderem auch zu Scheidenpilz führt. Dabei gehört der Pilz bei den meisten Menschen zur natürlichen Mundflora. Ist das Immunsystem geschwächt, kann sich der Hefepilz ohne Abwehr ausbreiten und so zu Mundsoor führen.

Behandlungen mit Antibiotika, längerfristige Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen erhöhen das Risiko für Pilzinfektionen. Dabei kann Soor als einziges Symptom oder als Nebenwirkung einer Krankheit oder einer medizinischen Behandlung auftreten. Diabetes und HIV, aber auch eine Chemotherapie und eine Strahlentherapie im Kopf- Hals-Bereich begünstigen die Vermehrung der Hefepilze. Zahnprothesen stehen ebenfalls im Verdacht Soor im Mund zu begünstigen. Kleinste Verletzungen und Reizungen der Mundschleimhaut und mangelnde Mundhygiene führen zu Soor.

Eine Pilzinfektion im Mund erkennen Sie hauptsächlich an weißen Belägen an den Zahnfleischrändern. Dazu kommt eine pelzige Zunge, die brennen oder schmerzen kann. Unangenehmer Mundgeruch, Erkältungssymptome mit Schluckbeschwerden und Halsschmerzen sowie eine Verminderung des Geschmackssinnes weisen auf einen möglichen Befall mit Candida albicans hin. Unter den Hefepilzbelägen können sich entzündliche und blutende Stellen bilden. Lange ehe es zu Hals- und Rachenschmerzen, Beschwerden beim Sprechen und zu offenen Entzündungen kommt, sehen Sie den Belag bei einer Zahnfleischkontrolle im Spiegel.

Ähnlichkeit zu Scheidenpilz

Mund- und Scheidenpilz werden durch dieselben Erreger verursacht: Candida albicans. Auch ein Großteil der Ursachen sind identisch. Wer unter einem schwachen Immunsystem leidet, unter Stress steht oder längerfristig mit Antibiotika behandelt wurde, kann unter Scheiden- oder Mundpilz leiden. So wie sich die Symptome und die Ursachen ähneln, gleichen sich die Behandlungsmethoden. In beiden Fällen kann nur eine schnelle antimykotische Behandlung der weiteren Ausbreitung vorbeugen und den Hefepilzen den Nährboden entziehen. Sowohl der Mundraum, als auch die Scheide sind aufgrund ihres feuchtwarmen Milieus besonders anfällig für Pilzinfektionen.

Eine Übertragung ist durch sexuelle Aktivitäten und durch Schmierinfektionen möglich. Bei wiederkehrenden Pilzinfektionen ist die Mitbehandlung des Partners ratsam. Da es sich um dieselbe Hefepilzart handelt, besteht auch ein erhöhtes Risiko der wiederkehrenden Selbstinfektion. Leiden Sie unter Mundsoor, ist die Wahrscheinlichkeit einer Scheidenpilzerkrankung hoch. Trotz maximaler Hygiene sind Schmierinfektionen nicht auszuschließen.

Soor kann auch bei der Geburt von einer infizierten Mutter auf das Neugeborene übertragen werden und zu frühzeitigen Problemen führen. Daher ist es besonders wichtig, Scheidenpilz in der Schwangerschaft vorzubeugen und einen Befall umgehend behandeln zu lassen.

Behandlung von Mundsoor

Die ärztliche Diagnose kann aufgrund der sichtbaren Beläge sofort gestellt werden. Doch der Arzt wird einen Abstrich nehmen und ihn im Labor auf die Art des Erregers untersuchen lassen. Bei leichten Verläufen ist Mundsoor mit entsprechenden oral einzunehmenden Antimykotika gut behandelbar. Bei schwereren Verläufen werden zusätzlich Tabletten verordnet, um die im Körper vorhandenen Hefepilze ganzheitlich zu behandeln. Gegen Mundpilz helfen antimykotische Gele, Lösungen oder Suspensionen. Bei Pilzbehandlungen ist es grundsätzlich wichtig, dass Sie die empfohlene Medikationsdauer einhalten. Auch wenn die Symptome nach wenigen Tagen abklingen, befindet sich Candida albicans noch in Ihrem Körper. Wird die Behandlung abgebrochen, breiten sich Hefepilze explosionsartig aus und es kommt zu einem deutlich schlimmeren Rückfall. Im Zeitraum der Therapie und im Anschluss sollten Sie Ihrer Mundhygiene größte Aufmerksamkeit schenken und die Zahnbürste häufiger wechseln. Eine Schmierinfektion durch Hefepilze auf der Zahnbürste ist die häufigste Ursache, wenn Soor im Mund immer wieder kehrt.

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