Gardnerella Infektion 2018-07-24T10:06:40+00:00

Die bakterielle Vaginose, eine der beiden häufigsten Erkrankungen des weiblichen Intimbereichs, ist auch unter einem anderen Namen bekannt: Gardnerella-Infektion. Ursache für diese Bezeichnung sind die typischen Erreger der bakteriellen Scheideninfektion: Gardnerellen.

Dass die bakterielle Vaginose als Gardnerella-Infektion bezeichnet wird, liegt daran, dass vor allem ein bestimmter Erreger in nahezu allen Fällen an der Infektion beteiligt ist: das Bakterium Gardnerella vaginalis.

Gardnerella-Infektion: Ursache und Risikofaktoren

Eine für die Entwicklung der Gardnerella-Infektion wesentliche Ursache besteht in einem Rückgang der Population an Milchsäurebakterien in der Scheide. Diese gehören zu den Mikroorganismen, die die Scheidenflora in einem natürlichen Gleichgewicht halten. Indem sie ein leicht saures Umfeld erzeugen, dämmen sie das Wachstum potenziell krankmachender Keime ein. So erklärt es sich beispielsweise, dass es viele Frauen gibt, bei denen Gardnerellen nachweisbar sind, ohne dass jedoch eine Gardnerella-Infektion besteht.

Für den Rückgang an Milchsäurebakterien können verschiedene Faktoren verantwortlich sein:

  • Behandlung mit bestimmten Antibiotika
  • Übertriebenes Waschverhalten sowie die Anwendung stark parfümierter Seifen, Lotions oder Deos im Intimbereich
  • Schwankungen im Hormonhaushalt der Frau
  • Allgemein geschwächte Immunabwehr, z. B. durch Stress

So verläuft die Gardnerella-Infektion

Sowohl Milchsäurebakterien als auch Gardnerellen können sich nicht von allein fortbewegen. Sie haften sich an die Zellen der Vaginalschleimhaut an. Kommt es aus den oben genannten Gründen zu einem Rückgang an Milchsäurebakterien, nimmt Gardnerella vaginalis deren Platz ein: Die Bakterien besiedeln die Scheidenschleimhaut großflächig. Man spricht nun von einer Gardnerella-Infektion. Unter dem Mikroskop lässt sich der Befall der Schleimhautzellen mit Gardnerella eindeutig feststellen.

Allerdings sind bei der Gardnerella-Infektion zum Teil noch weitere Keime beteiligt, u. a. Peptostreptokokken. Erst durch das Zusammenwirken der verschiedenen Bakterien kommt es zu den typischen Symptomen der Gardnerella-Infektion, nämlich einem Vaginalausfluss mit folgenden Kennzeichen:

  • dünnflüssig bis schaumig
  • weiß-grau
  • unangenehm riechend (nach Fisch)

Er sorgt wegen seiner Konsistenz für ein permanentes Nässegefühl im Intimbereich und ist nicht zuletzt wegen der Geruchsentwicklung eine Belastung für die betroffene Frau. Schmerzen oder Juckreiz sind hingegen eher untypisch für die Gardnerella-Infektion.

zurück zum Glossar