Candida Infektion 2018-07-24T10:06:01+00:00

Der Name Candida bezeichnet eine ganze Gruppe von Hefepilzen, die zwar einige Gemeinsamkeiten aufweisen, aber auch Unterschiede. So finden einige Vertreter im Alltag Verwendung, z. B. Candida robusta als Backhefe oder Candida utilis für die Herstellung von Kefir. Viele verschiedene Pilze aus der Candidagruppe leben im bzw. auf dem menschlichen Körper. Kommt es zu einem übermäßigen Anwachsen der Population, spricht man von einer Candida-Infektion. Die bei Weitem wichtigste Rolle als potenziell krankmachender Hefepilz spielt Candida albicans.

Die zwei Arten der Candida-Infektion

Die Candida-Infektion (Candidose genannt) kann verschiedene Körperbereiche betreffen. Generell unterscheiden die Mediziner jedoch zwei Arten: die äußerliche, örtlich begrenzte (lokale) und die innere (systemische) Candida-Infektion.

Die lokale Candida-Infektion

Von einer lokalen Candida-Infektion spricht man, wenn sich der Hefepilz nur in einem bestimmten Körperbereich wie z. B. der Scheide angesiedelt hat. Die Behandlung der Erkrankung kann dann in den meisten Fällen lokal erfolgen. Zu diesem Zweck gibt es rezeptfreie Medikamente für die Eigentherapie.

Die systemische Candida-Infektion

Bei einer systemischen Candida-Infektion gelangt der Hefepilz in die tieferen Gewebeschichten und verbreitet sich von dort über die Blutbahnen im Körper. So gelangt er zu den inneren Organen und kann mehrere davon gleichzeitig befallen. Betroffen sind dabei vor allem Lunge, Nieren, Herz, Milz, aber auch das zentrale Nervensystem oder das gesamte Blut. Die Symptome der systemischen Candida-Infektion sind oft schwer zu deuten. Häufig entwickelt sich ein hohes Fieber, das sich durch Antibiotika nicht senken lässt. Diese schwere Form der Candidose tritt fast ausschließlich bei Menschen mit einer stark geschwächten Immunabwehr auf. Sie kann lebensbedrohlich werden und muss deshalb immer ärztlich behandelt werden.

Typische Körperstellen für die lokale Candida-Infektion

Hefepilze bevorzugen eine warme, feuchte und dunkle Umgebung. Dementsprechend besiedeln sie vor allem Körperregionen, die diese Merkmale aufweisen. Folgende Stellen sind häufig von einer Candida-Infektion betroffen:

  • Mund- und Rachenraum (Mundsoor)
  • Haut an Stellen mit verdeckten Falten (z. B. Achselhöhen, Leistengegend, Falte unter der weiblichen Brust)
  • Windelbereich bei Babys (Windeldermatitis)
  • Scheide bei Frauen (Scheidenpilz)

Seltener entsteht eine Candidose in der Speiseröhre, im Analbereich oder im letzten Stück des Darms. Männer mit einer Vorhautverengung können zudem eine Candida-Infektion im Bereich der Eichel entwickeln.

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