Candida Albicans 2018-07-24T10:05:13+00:00

Candida Albicans

Candida Albicans

Quelle: Wikipedia

Die Gattung Candida umfasst ungefähr 150 Arten von Hefepilzen. Einige ihrer Vertreter gehören zur natürlichen Keimbesiedlung der menschlichen Haut und Schleimhaut. Als Mitglied der weitverzweigten Pilzfamilie mischt sich Candida albicans unter die Bewohner der normalen Flora im Mund- und Rachenraum, im Darm und im Genitalbereich. Eine einzelne, rundliche bis ovale Pilzzelle besitzt einen Zellkern, ist aber mit bloßem Auge nicht sichtbar. Der Keim gehört zur Gruppe der Sprosspilze, wobei die Zuordnung sich nach der Art der Vermehrung richtet: Bei der Sprossung stülpt sich eine Tochterzelle aus einer Mutterzelle aus und es entsteht eine kettenförmige Struktur. Auf diese Weise bildet Candida albicans während des Wachstums Pseudohyphen: Die einzelnen Pilzzellen reihen sich fadenförmig aneinander, ohne sich jedoch vollständig voneinander abzuschnüren. Erst besonders gute Umgebungsbedingungen regen den Candida-Pilz dazu an, ein netzwerkartiges Myzel zu bilden. Es entstehen dann echte Hyphen mit voneinander abgegrenzten Pilzzellen, die im Mikroskop einen deutlichen Hinweis auf eine weit fortgeschrittene Infektion geben.

Candida Albicans in der Scheidenflora

Bei etwa 60 bis 70 Prozent der Menschen gesellt sich Candida albicans zu den Keimen der Hautflora. Der Pilz führt dort ein unauffälliges Dasein, ohne Schaden anzurichten. Er mäßigt gewöhnlich sein Wachstum, versteht es aber, Veränderungen des Stoffwechsels zu seinen Gunsten zu nutzen. Im Biotop der Vaginalflora ist der Candida-Pilz eher ein gelegentlicher Gast auf der Durchreise. Unter den örtlich dominanten Milchsäurebakterien fühlt er sich nicht ausreichend wohl, um beliebig zu gedeihen. Die Vorzeichen ändern sich, wenn beispielsweise chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, hormonelle Schwankungen oder die Einnahme von Antibiotika die Umgebungsbedingungen beeinflussen. Bekommen die Pilzerreger Gelegenheit, sich verstärkt auszubreiten, entwickelt sich eine Scheidenpilzerkrankung. Sie betrifft sowohl den äußeren Intimbereich (Vulva) als auch die Scheide (Vagina) und heißt deshalb in der Fachsprache Vulvovaginalkandidose.

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