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Was ist der Unterschied zwischen Scheidenpilz und bakterieller Vaginose? 2019-03-19T14:41:41+00:00

Was ist der Unterschied zwischen Scheidenpilz und bakterieller Vaginose?

Infektionen des Intimbereichs bei Frauen bilden besonders aufgrund der deutlich wahrnehmbaren Symptome eine spürbare Beeinträchtigung. Um eine schnelle Linderung und Ausheilung zu erfahren, ist es wichtig, die Symptome richtig zu deuten. So lassen sich diese den jeweiligen Erkrankungen zuordnen, was die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen ermöglicht. Erfahren Sie, welcher Unterschied zwischen einem Scheidenpilz und einer bakterieller Vaginose bezüglich Ursachen, Verlauf, symptomatischer Ausprägung und Therapie besteht.

Symptomvergleich von Vaginalmykose (Scheidenpilz) und bakterieller Vaginose

Das vorherrschende Symptom einer Vaginalmykose (Scheidenpilz) ist der stark auftretende Juckreiz, welchen meist ein brennendes Gefühl begleitet. Aufgrund des gestörten Scheidenmilieus verändert sich auch der weißliche Vaginalausfluss in seiner Konsistenz, wird fester und bröcklig. Mitunter verströmt er einen leicht süßlichen Geruch. Ebenso sind Rötungen und Schmerzen, beispielsweise beim Wasserlassen, typisch.

Eine bakterielle Vaginose äußert sich besonders durch einen starken, fischähnlichen Geruch im Intimbereich. Neben diesem für Frauen sehr unangenehmen Symptom zeigt sich ein grau-weißlicher Ausfluss als Begleiterscheinung. Treten diese Symptome auf, müssen Sie dringend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Denn die Erkrankung erfordert eine gezielte medizinische Behandlung mithilfe von Antibiotika. Beim Scheidenpilz ist, wenn auch nicht uneingeschränkt zu empfehlen, eine Selbstbehandlung mithilfe von rezeptfreien Präparaten möglich.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Vaginalmykose (Scheidenpilz) und bakterieller Vaginose auf einen Blick

SCHEIDENPILZ

  • weißlicher Vaginalausfluss
  • Konsistenz des Vaginalausflusses: bröcklig, quarkartig
  • weitere spezifische Symptome:
    • starker Juckreiz
    • Brennen
    • Rötungen
    • Schwellungen
    • Kontaktschmerz durch Berührung, Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr

BAKTERIELLE VAGINOSE

  • grau-weißlicher Ausfluss
  • dünnflüssige bis schaumartige Konsistenz des Ausflusses
  • spezifisches Symptom: stark erhöhter pH-Wert über 4,5

Wie Mediziner die Erkrankung diagnostizieren

Wie die Symptome verdeutlichen, zeigen sich deutliche Unterschiede in der Ausprägung von Scheidenpilz und bakterieller Vaginose. Ein simpler Abgleich der Begleiterscheinungen der Infektion sollte daher bereits erste Klarheit bringen. Endgültige Gewissheit erhalten Sie bei einem Gynäkologen. Diese führen einen Abstrich durch, um die genaue Form der Erkrankung beziehungsweise deren Verursacher zu bestimmen. Im Fall des Scheidenpilzes sind die Pilzkulturen bereits mikroskopisch sichtbar. Bei einer bakteriellen Vaginose sind es bestimmte Schlüsselzellen, die den Medizinern – ebenfalls nach einem Vaginalabstrich – Aufschluss über die Infektion geben.

Worum handelt es sich bei einem Scheidenpilz (Vaginalmykose)?

Vaginalmykose ist der Fachausdruck für Scheidenpilz. Dieser zählt zu den häufigsten Infektionen des Intimbereichs. Daher ist es nicht ungewöhnlich, mindestens einmal davon betroffen zu sein. Weisen Frauen regelmäßig einen Scheidenpilz auf, sprechen Mediziner von einer chronischen Erkrankung. Wie der umgangssprachliche Begriff verrät, steckt hinter dem Scheidenpilz eine Pilzinfektion. Für diese kommen verschiedene auslösende Arten infrage. Meist lässt sich die Infektion jedoch auf den Hefepilz Candida albicans zurückführen. Da sich dieser auf Schleimhäuten bei Temperaturen um 37 Grad am besten kultiviert, ist es nicht ungewöhnlich, dass er den Vaginalbereich befällt. Winzige Spuren des Pilzes lassen sich auch auf anderen Schleimhäuten unseres Körpers wie beispielsweise im Darm finden. Seinen Namen verdankt der Hefepilz dem auf der Scheide sichtbaren weißlichen Belag.

Warum tritt ein Scheidenpilz auf?

Die Ansiedlung des Pilzes im Vaginalbereich lässt sich auf ein gestörtes Scheidenmilieu zurückführen. Normalerweise siedeln in den Schleimhäuten Bakterien, die als körpereigene Abwehrkräfte fungieren und für den richtigen, niedrigen pH-Wert sorgen. Sind diese Bakterien nicht in ausreichender Anzahl vorhanden, verändert sich das Scheidenmilieu, sodass der Pilz dort Nährboden findet.

Für dieses Ungleichgewicht im Vaginalbereich gibt es verschiedene Ursachen und damit auch Möglichkeiten, einem Scheidenpilz vorzubeugen. Sind Sie von einer Infektion betroffen, liegt eine Beeinträchtigung Ihrer Abwehrkräfte vor. Diese ergibt sich beispielsweise durch Stress, falsche Ernährung, einen veränderten Hormonhaushalt oder die Erkrankung Diabetes mellitus. Bei einer Infektion lässt sich auch eine vorherige Ansteckung mit dem Hefepilz nicht ausschließen. Die Übertragung kann beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder in öffentlichen Badeanstalten erfolgen.

Was ist eine bakterielle Vaginose?

Anders als dem Scheidenpilz liegt einer bakteriellen Vaginose, wie der Name andeutet, eine Infektion durch Bakterien zugrunde. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens ist bei beiden Erkrankungen gleichermaßen ausgeprägt. Ähnlich ist zudem, dass die Bakterien, ebenso wie der Hefepilz, bereits in geringen Konzentrationen im Körper vorhanden sind. Ihre fachliche Bezeichnung lautet Gardnerella vaginalis. Finden diese Bakterien den passenden Nährboden, sind sie imstande, sich zu vermehren und so das Scheidenmilieu zu dominieren.

Welche Umstände verursachen eine bakterielle Vaginose?

Wie bei einer Vaginalmykose ermöglicht eine in ihrem pH-Wert gestörte Scheidenflora den Ausbruch der Erkrankung. Halten die dort vorkommenden gesunden Bakterien das saure Scheidenmilieu nicht mehr aufrecht, verändert sich der pH-Wert. Die natürliche Abwehr gegen schädliche Bakterien versagt, was eine Infektion begünstigt.

Ein gestörtes Gleichgewicht der Scheidenflora ist verhältnismäßig leicht erreicht. Hierfür reichen bereits die natürlichen zyklus- und hormonbedingten Schwankungen von Frauen aus. Ebenso wie beim Scheidenpilz sind die Ursachen zudem häufig in Stress oder vorangegangenen Infekten zu suchen. Da die Gardnerella vaginalis Bakterien auch im Darm vorkommen, kann es durch falsche Toilettenhygiene zu einer Ansteckung kommen. Auch der Wechsel von analem zu vaginalem Geschlechtsverkehr birgt ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

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