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Bakterielle Vaginose: Hausmittel und ihre Wirkung

Etwa jede sechste Frau kennt die unangenehmen Symptome, die eine bakterielle Vaginose mit sich bringt. Vor allem der vermehrte Ausfluss wird zur Belastung: Er sorgt für ein ständiges Nässegefühl im Intimbereich und riecht unangenehm. Dem Wunsch, die Infektion schnell wieder loszuwerden, steht jedoch die Scheu entgegen, offen darüber zu sprechen. Aus Sorge, dass man ihr mangelnde Hygiene oder ein ausschweifendes Sexualleben unterstellen könnte, verschweigt so manche Frau ihre Beschwerden. Stattdessen versucht sie, die bakterielle Vaginose durch Hausmittel in den Griff zu bekommen. Denn die sind nicht nur preiswert und leicht zu beschaffen, sondern versprechen auch Diskretion. Aber sind bei einer Scheideninfektion Hausmittel tatsächlich die beste Wahl?

Öl als Hausmittel bei bakterieller Vaginose

Bakterielle Vaginose – Hausmittel aus der Küche statt Medikamente?

Als Quelle für die Suche nach Hausmitteln gegen die Scheideninfektion wird in den meisten Fällen das Internet zurate gezogen. Auf einschlägigen Ratgeberseiten finden sich ganze Listen von natürlichen Substanzen, die angeblich als Hausmittel gegen bakterielle Vaginose wirken. Besonders reich scheint die Ausbeute in der Küche zu sein.

Schwarzer Tee und Küchenöle

Auch schwarzer Tee wird als natürliches Antibiotikum bezeichnet, ebenso wie Oreganoöl. Letzteres soll als Gemisch mit Olivenöl als Hausmittel gegen die Scheideninfektion eingesetzt werden.

Knoblauch

Dem Knoblauch werden mehrere gesundheitsfördernde Wirkungsweisen nachgesagt. Unter anderem soll er antibakteriell wirken, weswegen er – fein gehackt oder auch als ganze Zehe – im Kampf gegen die bakterielle Vaginose als Hausmittel empfohlen wird.

Joghurt und Milch

Es gilt als erwiesen, dass die Ursache für bakterielle Vaginalinfektionen ein Ungleichgewicht zwischen Milchsäurebakterien und krankmachenden (pathogenen) Bakterien in der Scheidenflora ist. Milchsäurebakterien halten pathogene Keime in Schach. Nehmen die Milchsäurebakterien ab, können sich Keime ausbreiten – so entsteht die bakterielle Vaginose. Als Hausmittel, die für eine Wiederbesiedlung der Scheide mit Milchsäurebakterien sorgen sollen, gelten die Molkereiprodukte Joghurt und Milch.

Sitzbäder mit Apfelessig und Teebaumöl

Während die oben genannten Mittel in die Scheide eingeführt werden sollen, kommen Apfelessig und Teebaumöl in Form von Sitzbädern zum Einsatz. Auch hier wird die Wirksamkeit mit der Herstellung eines sauren Milieus in der Scheide (Essig) bzw. einer natürlichen antibakteriellen Wirkung (Teebaumöl) begründet.

Wie wirken Hausmittel gegen Bakterielle Vaginose?

Auch wenn so manche Betroffene enttäuscht sein wird: Bei keinem dieser Mittel ist die Wirksamkeit medizinisch nachweisbar. Wohl bekannt sind hingegen mögliche Nebenwirkungen:

  • Die Besiedlung mit weiteren pathogenen Keimen (v. a. aus Joghurt oder Milch)
  • Eine Schädigung der Scheidenschleimhäute, was die Infektion ebenfalls verschlimmern kann (Knoblauch, Essig, Teebaumöl)
  • Ein Verschleppen der Infektion, wodurch diese aufsteigen und auf die inneren Geschlechtsorgane übergreifen kann.

Daher ist dringend davon abzuraten, im Kampf gegen die bakterielle Vaginose Hausmittel einzusetzen. Denn während der Erfolg höchst zweifelhaft ist, drohen ernsthafte Nachteile für Ihre Gesundheit.

Eigentherapie Ja – Aber mit Medikamenten

Die bakterielle Vaginose kann durch Hausmittel nicht geheilt werden. Dennoch haben Sie vor allem in einem frühen Stadium gute Möglichkeiten der Eigentherapie. Hierfür gibt es Arzneimittel für die örtliche Anwendung wie

  • das Canesbalance® Vaginalgel, das Milchsäure und Glykogen (eine Zuckerart) einsetzt, um Geruch und verstärkten Ausfluss zu lindern und so das Gedeihen wertvoller Laktobazillen in der Scheidenflora zu fördern.
  • die Canesflor® Vaginalkapseln, die spezielle Milchsäurebakterien ins Vaginalmilieu einbringen, um die nützlichen Bakterienstämme zu stärken.

Für eine Selbstbehandlung bei eindeutigen Symptomen und außerhalb der Schwangerschaft stehen Ihnen diese Präparate rezeptfrei in der Apotheke zur Verfügung.

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2018-07-24T10:16:27+00:00